Kartoffelpuffer kennt keinen Erdäpfelwatsch

Natascha Wanek Vegan Leave a Comment

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Erdäpfel oder Kartoffel? Puffer oder Datschi? Oder doch etwa Reibekuchen und Potatatoe Pancake? Wo man auch hinkommt, jede Region, jedes Bundesland, sogar jede Nation hat ihre Variante von der geriebenen, rohen oder gekochten Knolle. Einig sind wir uns glaub ich alle: es geht nichts über einen knusprigen, frischen Kartoffelpuffer. Manche mögen ihn pur, manche mit Kräutern und Gewürzen oder mit einer raffinierten Dipsauce. Man isst ihn als Vorspeise, Hauptspeise oder man kennt ihn als alternatives Angebot zu den gebratenen Maronis am Weihnachtsmarkt.

Ein Kartoffelpuffer ohne Herkunft

Ich erinnere mich an fast jede Reaktion auf mein „bei uns zuhause gabs Erdäpfelwatsch zu essen“.
„Erdäpfel-waaas?“
„Na E-r-d-ä-p-f-e-l-w-a-a-a-t-s-c-h!“
Die Fragezeichen waren buchstäblich in die Gesichter meiner Gesprächspartner geschrieben. Genauso wie bei mir, wenn man mich mit herkömmlichen Kartoffelpuffer-Varianten konfrontierte.


Bis dato kenne ich niemanden, der mit einem Erdäpfelwatsch etwas anfangen kann. Ich kann euch nicht sagen, ob der Erdäpfelwatsch aus der österreichischen, der niederösterreichischen, der Wiener oder der böhmischen Küche stammt. Bei uns nahm der Erdäpfelwatsch Funktion des Kartoffelpuffers ein. Was anderes kam bei meiner Mama gar nicht auf den Teller!

Im Originalrezept wird ein Ei zu Bindung eingesetzt. In meinem Rezept ersetze ich es einfach mit ein bisschen zusätzlicher Stärke. Du kannst hier passenderweise Kartoffelstärke verwenden, aber wenn du zuhause mit Maisstärke (Maizena) ausgerüstet bist, funktioniert es genauso wunderbar.

Was den Watsch vom Puffer unterscheidet

Das besondere am Erdäpfelwatsch (abgesehen vom Namen) sind die roh geriebenen Erdäpfel, der Knoblauch und der Majoran.
Sowohl bei Knoblauch, als auch bei Majoran keinesfalls sparen – oberste Regel meiner Mama 😉
Mein Tipp und meine Erfahrung hier: die Qualität, der Geschmack und das Endergebnis stehen und fallen mit der Qualität der Erdäpfel, die du verwendest. Bei mir hat es bis jetzt am besten mit Bio-Erdäpfeln vom ADAMAH funktioniert. Ich nehme am liebsten die Sorte Ditta.

How to eat a Erdäpfelwatsch

Aber nicht nur, dass bei uns der klassische Kartoffelpuffer dem Watsch weichen musste, hatte meine Familie eine weitere, sehr besondere Verwendung für ihn.
Meistens haben wir den Erdäpfelwatsch wie einen Kartoffelpuffer gegessen. Das heißt mit Salat und Saucen (mein Favorit in Kindertagen war Ketchup). Wenn jedoch meine Tante zu Besuch kam, gab es die traditionelle Version. Steinpilzsuppe mit Rollgerste (=Gerstengraupen) und Erdäpfeln auf Basis einer klaren Suppe (also keine Cremesuppe). Dazu aß man dann den Erdäpfelwatsch. Mein Fall war und ist das ehrlich gesagt nicht (Erdäpfeln mit Erdäpfeln?!). Zudem bin ich seit jeher eine Suppenverweigerin. Meine Tante im Gegensatz liebte den Erdäpfelwatsch nur und ausschließlich in dieser Suppen-Kombination.
Also war bei uns der Erdäpfelwatsch eine Hauptspeise oder eine Suppenmahlzeit (oder wie man das auch einordnen kann/mag). Er fristete nie das Dasein in einer Nebenrolle als Beilage oder als Vorspeise.

Eine Chance dem Erdäpfelwatsch

Gib dem Erdäpfelwatsch eine Chance und finde deine eigene Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten. Vielleicht wird er ja auch deine Lieblings-Alternative zum Kartoffelpuffer. Ich würde mich freuen, wenn du mir schreibst, wie dein Watsch bei dir Zuhause angekommen ist, was es dazu gab und ob du ihn als Haupt-, Vorspeise oder Beilage eingesetzt hast 🙂

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Erdäpfelwatsch

Gericht Hauptgericht
Land & Region Österreich
Keyword Hausmannskost, vegan
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Arbeitszeit 45 Minuten
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 750 g Erdäpfel, speckig (Bsp. Ditta)
  • 3 Stk. Knoblauchzehen
  • 2-3 EL Dinkelmehl
  • 1 EL Stärke (Maizena, Kartoffelstärke)
  • Sonnenblumenöl

Gewürze

Salatbeilage

  • 1 Salatmix
  • 3 EL Pflanzenjoghurt
  • 1 EL SONNENTOR Alles im Grünen Salatgewürz bio
  • 1 KL Zitronenschale, gerieben

Optional:

  • Kresse od. frisch gehackte Kräuter

Anleitungen

  • Die rohen Erdäpfel schälen. Wenn du ungewaschene, Bio-Erdäpfel verwendest, wasche sie nach dem schälen nochmal kurz ab.
  • Die Erdäpfel in der Küchenmaschine oder mit einer Küchenreibe fein reiben.
  • Die gerieben Erdäpfel in ein sauberes Geschirr- oder Baumwolltuch füllen und auspressen. Die Flüssigkeit dabei in einer Schüssel auffangen.
  • Die Flüssigkeit kurz stehen lassen. Am Boden der Schüssel setzt sich die Stärke ab. Nach ca. 5 Minuten die Flüssigkeit vorsichtig wegschütten.
  • Die Erdäpfeln aus dem Tuch und in eine Schüssel geben.
  • Den Bodensatz (= Stärke) zu den Erdäpfeln geben.
  • Die Stärke (Maizena od. Kartoffelstärke) zur Masse zugeben und Esslöffelweise das Dinkelmehl zugeben. Es soll eine geschmeidige, knetbare Masse entstehen. Nach 2 EL Mehl die Masse gut durchmischen und kurz rasten lassen (2-3 Minuten), bevor man mehr Mehl zugibt.
  • Den Knoblauch schälen. Mit dem Messer hacken oder mit einer Knoblauchpresse pressen und zu den Erdäpfeln geben.
  • In einer mittelgroßen, beschichteten Pfanne 2-3 EL Sonnenblumenöl erhitzen (ich verwende Stufe 7 von 9 auf meinem Herd).
  • Circa. 3-4 EL der Masse in die Pfanne geben und mit der Rückseite des Esslöffels glatt streichen bzw. flach drücken.
  • Sobald man sieht, dass der Erdäpfelwatsch am Rand Farbe bekommen hat (goldbraun) mit einem Pfannenwender oder einer Winkelpalette vorsichtig wenden.

TIPP:

  • Bis alle Erdäpfelwatsch fertig sind, kannst du dein Backrohr auf 80°C bis 90°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier oder Küchenrolle auslegen/vorbereiten. Sobald ein Erdäpfelwatsch fertig ist, kommt er ins warme Backrohr. So hast du keinen unnötigen Stress bzw. bist nicht der/die letzte der zum Essen kommt und das Fett kann aus dem Erdäpfelwatsch abtropfen 😉
  • Den Salatmix unter fließendem, kalten Wasser gut waschen und wenn möglich mit einer Salatschleuder „trocken“ schleudern (ansonsten gut abtropfen lassen und zwischendurch durchschütteln), damit dir später dein tolles Dressing nicht verwässert.
  • Für das Salatdressing 3 EL Pflanzenjoghurt mit dem SONNENTOR Alles im Grünen Salatgewürz bio vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine besondere Note kannst du mit geriebener Zitronenschale hineinzaubern.
  • Kurz vor dem Anrichten den Salat mit dem Dressing durchmischen (nicht zu früh, sonder wird der Salat ganz matschig bzw. letschat 😉 ).
  • Erdäpfelwatsch mit dem Salat auf einem Teller anrichten. Gerne mit frisch gehackten Kräutern (vielleicht aus dem Garten oder der Fensterbank) oder etwas Kresse bestreuen und servieren. Guten Appetit!
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