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Einführung in deine Meditationspraxis

Lektion 1

Ganz gleich ob du schon geübt bist im Meditieren oder ob du erst ganz am Beginn stehst, in meiner neuen Podcast-Serie möchte ich dir meine Meditationspraxis zeigen und näher bringen.

Meditation

Die Praxis der Meditation ist über Jahrhunderte, wenn nicht sogar über Jahrtausende, im spirituellen Bereich, den Religionen aber auch in kulturellen Strömungen fest verankert. Der Einzug dieses Trends, vor allem im Westen, ist schwer an einem Datum festzumachen, aber Fakt ist, dass das Thema Meditation immer mehr an Popularität gewinnt. Nicht nur die Praxis an sich, sondern auch die Techniken haben sich verändert und passen sich immer mehr an den Neueinsteiger an. Traditionell oder modern, westlich oder östlich, spirituell oder kulturell – der sogenannte gemeinsame Nenner ist bei allen Varianten, Interpretationen und Praktiken zu finden: das Achtsamkeitstraining und alles was damit verbunden ist.

Achtsamkeit

Gerade in den Hochzeiten des Trends ist zu merken, dass Meditation immer mit dem Begriff Achtsamkeit in Verbindung steht. Nicht nur die Begriffe und Definitionen, sondern auch die Praxis selbst, kommt ohne das Wechsel- und Zusammenspiel der beiden nicht aus. Meditation wird neuzeitlich zumeist als „Wellness“ für den Geist, die Gedanken und auch den Körper betrachtet und in der Werbung verkauft. Dabei sitzt man hier schnell einem Irrglauben auf. Meditation bzw. die Praxis der Meditation ist ein knochenhartes Training. Die Auseinandersetzung mit dem Geist, die Rebellion des eigenen Körpers währenddessen und der ganz normale Alltagswahnsinn rundherum können dich mehr fordern als ein körperliches Workout. Meditation ist nicht einfach nur still sitzen, die Augen schließen und üben an nichts zu denken. Es ist ein bewusstes und achtsames auseinandersetzen und beobachten mit einem Selbst. Und genau hier liegt die größte Schwierigkeit – der achtsame Umgang mit dir Selbst.

Statue eines meditierenden Buddhas mit den Händen in der Gebetshaltung in einem Garten.

Meditationspraxis – Wie, Wann und Wo?

Ein wesentlicher Punkt: das organisatorische rund um deine Meditationspraxis bzw. -routine.

  • Meditation erfolgt klassisch/traditionell in einer Sitzposition. Das kann traditionell vom Lotussitz angefangen bis zur Sitzposition auf einem Sessel alles sein. Musst du dich auf den Lotussitz hinarbeiten? Nein, natürlich nicht! Denn, wer hätte es gedacht, nicht der Sitz macht die Meditation aus. Ganz im Gegenteil. Wenn wir in meinen Yogastunden meditieren lege ich besonderen Wert darauf, dass die TeilnehmerInnen eine Position wählen die aufrecht, aber bequem ist. Im Klartext: Respektiere deine körperlichen Möglichkeiten. Die Qualität deiner Meditation leidet massiv darunter, wenn du dich dauernd gedanklich um deine Rücken-, Knie- oder Hüftschmerzen kümmerst.
  • Die Sitzposition sollte so aufrecht wie möglich erfolgen, mit entspannten Schultern und entspanntem Kiefer (Zähne nicht zusammenbeißen!) und den Händen/Armen so abgelegt, dass deine Schulter auch entspannt bleiben können.
  • Meditieren in einer Liegeposition ist natürlich möglich. Es muss dir nur klar sein, dass es hier leicht zum „Kampf“ gegen das Einschlafen kommen kann. Wenn deine Meditation darauf abzielt Entspannung und Ruhe zu schaffen, dir sogar beim Einschlafen helfen soll, dann bitte unbedingt im Liegen. Ansonsten würde ich dir eher zu einer bequem Sitzposition raten.
  • Weitere äußere Faktoren mit denen du deine Meditationspraxis gestalten kannst: den Raum abdunkeln bzw. das Licht dimmen, Kerzen, Aromaöle, Musik, usw. Alles denkbare und schöne Möglichkeiten deine Meditationspraxis auszuschmücken. Achte jedoch darauf, dass deine Meditationspraxis trotzdem praktikabel und routinefähig bleibt. Je mehr Außenfaktoren notwendig werden, damit deine Meditation stattfinden kann, umso größer wird die Gefahr, dass sie nicht stattfindet. „Wenn ich diese und jene Musik nicht habe, dann kann ich nicht meditieren“, „Wenn mein Lavendelölspray leer ist, dann kann ich nicht meditieren.“ usw. Achte darauf diese „Wenn-Dann-Falle“ zu vermeiden, indem du entweder gut organisiert bist oder dich einfach eher minimalistisch haltest.
  • Stille möchte ich hier als eigenen Punkt erwähnen. Stille wäre natürlich ein Optimum, entspricht aber nicht immer der machbaren Alltagsrealität. So lange du kein/e EinsiedlerIn auf einer einsamen Insel bist, wird es mit den Thema Stille etwas schwierig werden. Übe gleich von Beginn weg damit, dass Außengeräusche einfach da sind und akzeptiert werden. Wenn du gerne mit Musik meditierst, ist grundsätzlich dagegen nichts einzuwenden. Vielleicht kannst du aber trotzdem einen Anteil der Stille in deine Praxis einbauen.
  • Im Optimalfall schaffst du dir einen eigenen Raum oder Bereich für deine Meditationspraxis. Ich weiß, es ist in vielen Wohnsituationen einfach nicht möglich oder nur sehr schwer umsetzbar. Sollte es irgendwie möglich sein, schaff dir diesen Raum. Deine Routine kann sich besser in deinen Alltag einflechten, wenn du deiner Praxis physischen und zeitlichen Raum einräumst. Wenn du diesen Platz hast, achte darauf, dass er leicht zugänglich ist und keine großen Vorbereitungen oder Anpassungen notwendig sind, da wir ansonsten wieder in die „Wenn-Dann-Falle“ tappen könnten.
  • Es gibt unzählige Empfehlungen für den richtigen Tageszeitpunkt für deine Meditationspraxis. Spirituell, Energetisch, aus dem Yoga, aus dem Ayurveda, usw. Ich vertrete den Standpunkt dann zu meditieren wenn du dich wohl fühlst, die nötige Wachheit aufbringen kannst (Ausnahme als Mittel gegen Schlafprobleme) bzw. du den meisten Bedarfszeitpunkt wahrnimmst. Viele meditieren morgens, weil sie hier die meiste Wachheit und Ruhe im Geist wahrnehmen oder weil sie so mit frischer Klarheit in den Tag starten können. Andere wiederum schwören auf die Meditationspraxis am Abend, da sie hier nochmal den Tag reflektieren und somit auch für sich abschließen können. Ich empfehle dir einfach auszuprobieren was sich gut und passend für dich anfühlt.
Buch auf Harmonium

Literaturempfehlungen

  • Gesund durch Meditation – Jon KABAT-ZINN
  • Im Alltag Ruhe finden – Jon KABAT-ZINN
  • Die MBSR-Yogaübungen – Jon KABAT-ZINN
  • Meditation – Mehr Klarheit und innere Ruhe – Marie MANNSCHATZ
  • Meditation mit inneren Bildern – Heilsame, tiefenwirksame Symbolbilder für die Seele – Gabriele ROSSBACH
  • Gesund durch Atmen – Ein Neurowissenschaftler erklärt die Heilkraft der bewussten Yoga-Atmung – Ulrich OTT, Janika EPE
  • Zehn Atemzüge zum Glück – Glen SCHNEIDER
  • Diese verdammten Ängste und wie wir an ihnen wachsen – Ursula KARVEN
  • Yoga Nidra – Tiefenentspannung und geistige Klarheit – Ralph SKUBAN
  • Die Seele will frei sein – Eine Reise zu sich selbst – Michael A. SINGER
  • Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen – Wie spirituelle Erfahrung das Leben verändert – Jack KORNFIELD
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