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Schnitzerl vom Zeller mit Paradeissalat angerichtet mit Zitrone und Petersilie

Wahrscheinlich eine eher österreichische Angst, aber deshalb nicht weniger ernst zu nehmend – was wird aus dem geliebten (Sonntags-)Schnitzerl, wenn man vegan wird? Muss man tatsächlich darauf verzichten? Gibt es eine Alternative zu Soja, Seitan & Co.?

Die Schnitzerl-Perfektion

Ich gestehe, es war definitiv nicht eine meiner ersten Sorgen im Zuge meiner Umstellung auf „vegan“. Der Österreicher sieht sich hier vielleicht mehr angesprochen als andere Nationalitäten – es geht um die Frage nach dem Schnitzerl. Es fehlt in keinem Gasthaus und sogar in der gehobenen Küche entbrennen gerne Diskussionen unter Spitzenköchen, wer nun das beste Schnitzerl zubereiten kann. Die Panier soll knusprig und luftig leicht sein, keinesfalls triefend vor Fett, gleichzeitig soll das Fleisch zart und saftig sein. Ich selber habe noch zu nicht-veganen Zeiten herumexperimentiert und verschiedene Rezepte ausprobiert. Renommierte, traditionelle österreichische Köche inspirierten mich dabei. Schnitzel, ja das war etwas besonderes bei uns. Eine meiner früheren Nachbarinnen (in Kindertagen) hat immer Sonntags Schnitzerl aufgetischt. Jedes Wochenende. Jedes Monat. Das ganze Jahr. Bis sie ausgezogen ist. Ganz schön viel Schnitzerl… Woher wir das wussten – na vom Schnitzerklopfen, woher sonst! Bei uns war so ein Schnitzerl jedenfalls ein Highlight und die Freude war immer groß. Ganz klassisch mit Salat und Petersilerdäpfeln oder manchmal auch mit Pommes frites. Alternierend gabs natürlich auch noch die Verwandten vom Schnitzerl. Das Cordon bleu (gefüllt mit Schinken und Käse) und das Pariser Schnitzerl (quasi ohne Panier, weil ohne Brösel).

Panieren nur um der Panier willen?

Aber wenn man vegan ist, kommt auch die Frage auf: „Was panier ich jetzt eigentlich statt dem Fleisch?“ Oder anders gesagt: „Wars das jetzt mit Schnitzel?“ Ausweichmöglichkeiten gibt es ein paar und ich hab sie (fast) alle ausprobiert. So vielfältig das Angebot ist, so sehr gehen hier die Geschmäcker auseinander. Ich hab ausprobiert, getüftelt, experimentiert, aber nichts wollte mich so wirklich aus den Patschen haun.

Der Zeller im neuen Gewand

Ich hab in meinen alten Kochbüchern gestöbert (nicht wegen dem Schnitzerl-Dilemma) und siehe da – Zeller-Schnitzerl. Zeller sagt der Österreicher zur Knollensellerie. Jetzt denkt ihr sicher, wie kann man sich nur Sellerie panieren, im Fett rausbacken und tatsächlich essen…stimmts? Also, ich hab mir das damals schon gedacht. Sellerie….hmmm…wirklich? Schmeckt das nicht ein bissl sehr intensiv…so nach Sellerie? Ich war skeptisch und habe das Rezept lange links liegen gelassen. Ich sag euch heute, ausprobieren lohnt sich! Es schmeckt fantastisch! Da verzichte ich lieber auf ein Soja-Seitan-sonst-noch-was Schnitzerl und gönn uns eine Runde Zeller-Schnitzerl. Das zusätzliche Bonusprogramm – kostengünstiger gehts ja fast gar nicht mehr und gesund ist die Knolle auch noch. Mit einem anständig großen Zeller kann man schon 4 Personen inkl. Beilagen satt bekommen. Natürlich hat auch dieses Rezept eine Vorgeschichte mit vielen Fehlversuchen, abschwimmende Panier, angebrannte Schnitzerl und Verzweiflungsausbrüchen. Ja auch die coolste Yogini schmeißt mal die Nerven 😉

Lange Rede gar kein Sinn – go for Zeller! 🙂 Du wirst es nicht bereuen, versprochen! Viel Spaß beim Ausprobieren und vielleicht einem komplett neuen Geschmackserlebnis. Probier doch mal meinen Joghurt-Sprossen Dip aus meinem Gemüsestrudel-Rezept. Ich find die beiden harmonieren ganz fein miteinander!

Zellerschnitzerl mit Paradeisersalat

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Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Österreich
Keyword: Hausmannskost, vegan
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Arbeitszeit: 1 Stunde
Portionen: 4 Portionen

Zutaten

Zellerschnitzerl

  • 1 Stk. Knollensellerie=Zeller (ca. 15cm Durchmesser)
  • Dinkelmehl
  • Wasser
  • Semmelbrösel
  • Sonnenblumenöl
  • Salz, Pfeffer
  • Zitronenscheiben

Paradeisersalat

  • 1 kg Paradeiser
  • 2 Stk. Zwiebel, groß
  • 6 EL Öl
  • 3 EL Essig
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL, geh. Dijon-Senf
  • 1 TL, geh. Reissirup
  • 1/2 Bund Schnittlauch

Anleitungen

Zellerschnitzerl

  • Die Knollensellerie = Zeller schälen und in ca. 1 bis 1,5cm dicke Scheiben schneiden.
  • In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen.
  • Die Zellerscheiben mit einer Gabel mehrmals einstechen, in das kochende Wasser vorsichtig einlegen (Verbrennungsgefahr!) und für 8-10 Minuten bissfest garen.
  • Eine Panierstraße vorbereiten: 1 Teller mit Dinkelmehl, 1 Teller mit Wasser, 1 Teller mit Semmelbrösel.
  • Die gekochten Zellerscheiben in kaltem Wasser kurz abschrecken und auskühlen lassen.
  • Die ausgekühlten Zellerscheiben mit einem Küchenpapier gut abtupfen.
  • Das Öl am besten in einer Pfanne mit hohem Rand erhitzen. Es reicht, wenn der Boden der Pfanne mit Öl bedeckt ist.
  • Die Zellerscheiben zuerst mehlieren, abklopfen, dann kurz beide Seiten ins Wasser tauchen und zuletzt in den Bröseln wenden. Am Schluss die überschüssigen Bröseln abklopfen.
  • Die Schnitzerl langsam in das heiße Öl legen (Verbrennungsgefahr!) und von beiden Seiten goldbraun braten.
  • Auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und im Backrohr bei 100°C warmstellen.

Paradeisersalat

  • Die Paradeiser waschen, halbieren und den Strunk in einem V-Schnitt entfernen.
  • Die Paradeiser in Spalten bzw. Stücke schneiden.
  • Den Zwiebel feinwürfelig schneiden und zu den Paradeisern geben.
  • Den Schnittlauch in 2mm dicke Röllchen schneiden und zu den Paradeisern geben.
  • In einer Schüssel oder einem Häferl das Öl, den Essig und den Senf versprudeln. Mit Salz, Pfeffer und Reissirup abschmecken und gut miteinander vermischen.
  • Das Dressing mit den Paradeisern vermengen und den Salat für mind. 30 Minuten durchziehen lassen.
  • Die Schnitzerl nach Belieben mit Zitronenscheiben dekorieren und mit dem Paradeisersalat anrichten.
  • Guten Appetit!
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