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In einer Brotnation wie Österreich kann es nie genug Aufstrichrezepte geben – meiner Meinung nach 🙂 Aber wie sieht es da im veganen Sektor eigentlich aus? Und noch wichtiger: Man kann sich auch Linsen aufs Brot schmieren?!

Hilfe, mein Brot ist nackt!

Eine meiner ersten Verzweiflungstaten in der Umstellungsphase auf vegane Ernährung, waren Hamster- und Testeinkäufe bei Aufstrichen. Wie in meinem letzten Artikel Der erste Streich – Liptauer vegan erwähnt, haben wir gerne und öfter kalt am Abend gegessen. Nachdem Wurst, Käse & Co. weggefallen sind, stand natürlich die Frage im Raum, wie das Ersatzprogramm für den Brotbelag ausschauen soll. Eins war klar, eine Zeit lang kann man dem Abendschnellprogramm ja ausweichen, aber bei uns war es spätestens im Sommer dann so weit. Heiß, am Abend müde von der Arbeit und absolut koch-unmotiviert. Die Suche nach Ersatzauflage wurde gestartet.

Die Vielfalt liegt in der Basis

Die Auswahl ist groß (gottseidank!) und die Geschmäcker vielschichtig. Die erste Station war Hummus. Im Austausch mit anderen Veganer*innen habe und hatte ich den Eindruck, jede*r landet irgendwie zuerst beim Hummus 😉 Hummus ist köstlich und man kann ihn wunderbar abwandeln und variieren, aber irgendwann hat man sich auch von diesem Wunderwutzi abgegessen. Als nächstes fand ich Aufstriche auf Sonnenblumenkernbasis. Sehr interessant! Mein erster Gedanke: „Aus Sonnenblumenkernen kann man Aufstrich machen?! Was es nicht alles gibt!“ Ich kannte ja Sonnenblumenkerne nur als Dekostreusel auf dem einen oder anderen Weckerl. Aber gut, her mit dieser neuen Errungenschaft! Ich war im Himmel angekommen und hab mich in meiner Euphorie wochenlang permanent von Sonneblumenaufstrich in verschiedenen Geschmacksrichtungen ernährt. Ihr wisst was jetzt kommt. Ja, auch da war ich dann irgendwann übersättigt. Natürlich haben wir uns auch zergatschte Avocado aufs Brot geschmiert, aber mir fehlte trotzdem irgendwas.

Her mit den Leguminosen

Angestiftet vom Hummus dachte ich mir, das muss doch auch mit anderen Hülsenfrüchten, auch bekannt als Leguminosen oder Legumen, gehen. Ich kann euch nicht genau sagen warum, wieso, weshalb, weswegen genau mein Rezept zu dem wurde was es ist. Im Grunde genommen habe ich eigentlich nur logisch kombiniert – Linsen geht immer gut mit Zwiebel und Knoblauch. Gut. Anrösten ist immer besser. Linsen passen auch super mit Majoran zusammen, also rein damit. Perfekt. Der letzte Schliff kommt vom Essig. Meine Mama sagte immer: „Linsen brauchen Säure“. Die Zitrone wollte mir da nicht so richtig reinpassen, also her mit dem Essig. Ist ja bekanntlich auch sauer. Dann natürlich die Frage, ob Essig gleich Essig ist. Fragt mich nicht warum, aber ich griff instiktiv nach dem Rotweinessig. Voila, genau das wars! Geboren war meine für mich perfekte Variante der Linse für aufs Brot!

Wie bei jedem guten Aufstrich empfehle ich dir ihn am besten über Nacht durchziehen zu lassen. Also wenn das geht. Sollt ja nicht so schwer sein. Grundsätzlich. Möchte man meinen. Also gut, ich gestehe – bei uns überlebt der Aufstrich keine Stunde 😀 Sobald er fertig ist, kommt er auch schon aufs Brot. Er ist halt einfach ein Gaumenschmaus und wie du auf den Fotos sehen kannst, macht er auch auf Brötchen für den Besuch eine gute Figur.

Ich spann dich nicht mehr lange auf die Folter – hier gehts zum Rezept, lass es dir schmecken und viel Spaß beim Nach“kochen“!

Linsenaufstrich

Rustikaler Aufstrich aus Linsen
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Gericht: Appetizer, Hauptgericht, Snack
Land & Region: Österreich
Keyword: Aufstriche, Hausmannskost, Hülsenfrüchte, Linsen
Zubereitungszeit: 15 Minuten

Zutaten

Anleitungen

  • Den Zwiebel feinwürfelig schneiden und den Knoblauch hacken.
  • Beides in etwas Sonnenblumenöl anschwitzen und ein wenig Farbe nehmen lassen.
  • Die Linsen in einem Sieb unter fließendem Wasser gut abspülen.
  • Die Linsen, den Zwiebel, den Knoblauch, den Rotweinessig und die Gewürze in einen Blender/Mixer/Küchenmaschine geben und zu einer glatten Masse pürieren.
  • Den Aufstrich abschmecken, eventuell nachwürzen und am besten über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
  • Schmeckt hervorragend auf Weiß-, Vollkorn und Roggenbrot.
  • Guten Appetit!
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