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Die Fastenzeit hat nun ihr Ende gefunden und wir sind schon wieder beim Gründonnerstag angelangt. Um dem ganzen einen traditionellen und glanzvollen Abschluss zu bieten, gibt`s hier genau das richtige Rezept. Cremespinat mit Erdäpfelröster ist DAS Gründonnerstags-Pflichtprogramm.

Der Gründonnerstag

Lange wurde und wird noch darüber diskutiert, wann und warum der Gründonnerstag und der Spinat eine unzertrennliche Liasion eingegangen sind. Hat es mit der Farbe zu tun, die in der Liturgie der katholischen Kirche eine Rolle spielt? Oder ist es eine Schlampigkeit bei der „Eindeutschung“ von „greinen“, das für „weinen“ stand und als grün misinterpretiert wurde? Nichts genaues weiß man nicht. Fakt ist, in Österreich kommt am Gründonnerstag der Spinat auf den Teller wie das Amen im Gebet. Den einen freuts, dem anderen ist es egal und der nächste ergreift die Flucht vor der Grün-Attacke ;)

Nicht ohne meinen Spinat

Ich bin ein Spinat-Fan der ersten Stunde! Ich freue mich einfach grundsätzlich, wenn dem Spinat ein kalendarischer Fixtag auf Österreichs Kantinentellern eingeräumt wird. Mein Date mit dem Spinat war mir zu Schulzeiten und in der einen oder anderen Firmenkantine mal gesichert :)

Klassisch wird der Spinat mit Rahm und/oder Obers zum Cremespinat verfeinert. Dazu werden gerne Spiegelei, weiches Ei, gekochtes Rindfleisch und Erdäpfeln serviert. Eine meiner ersten Hürden auf dem Weg der Umstellung zur veganen Ernährung, war der Spinat-Ernüchterungsmoment. Ich konnte mir diesen Klassiker so gar nicht in veganer Ausführung vorstellen. Spinat cremig ohne Rahm bzw. Obers? Kein Ei dazu? Total unmöglich! Spinat ist sicher super kompliziert….diese vielen Blätter und wie soll das bitte cremig werden?

How to vegan deinen Cremespinat

Fragen über Fragen…ich hab es dann mal so stehen gelassen in den ersten Jahren und hab den Cremespinat quasi beerdigt (wie so viele andere Dinge). Aber es hat mir keine Ruhe gelassen…das MUSS doch irgendwie gehen! Ich habe mich zuerst an tiefgekühlten Spinat versucht, bevor ich mich über frischen drüber getraut habe. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass bei uns zuhause Gemüse vorwiegend tiefgekühlt auf den Teller kam (auch der Cremespinat). Ja, es gab viele verünglückte Spinatversuche, aber schlussendlich habe ich mein Cremespinatrezept gefunden. Egal ob du nun tiefgekühlten oder frischen Spinat verwendest, das Rezept bietet dir eine Basis, die für beides funktioniert.

Die Einbrenn‘ als Basis

Die Basis des Rezepts bildet eine Einbrenn‘ oder auch Mehlschwitze genannt. Sie kam in den letzten Jahren sehr in Verruf und man dichtete ihr allerlei böse Dinge an. Hauptargument war und ist, sie würde dick machen. Man möge sich das mal kurz durch den Kopf gehen lassen: In diesem Rezept verwende ich zwei Esslöffel Mehl für 4 Personen. Also jeder isst einen halben Esslöffel Mehl. Noch niemand wurde von einem halben Esslöffel Mehl dick. Anders gesagt, schon mal überlegt, wie viele Esslöffel Mehl eine Semmel, ein Weckerl oder die belegten Brote zum Frühstück haben? Also hätten wir auch das geklärt ;)

Die Einbrenn‘ ist eine einfache und auch günstige Methode, um die Konsistenz, die Cremigkeit deiner Speisen zu verändern. Also auch für die kalorienbewussten nicht-Veganer unter euch – eine Einbrenn‘ bringt minimalst Kohlehydrate in deine Speise. Wenn du mit Obers oder Rahm arbeitest, bringst du tierisches Fett hinein, woran es ja bei beiden nicht mangelt. Was davon das kleinere Übel ist, liegt ganz bei dir.

Hier noch ein paar Tipps zur Einbrenn‘

Ich habe für mich in dieser Methode eine enorme Erleichterung für die vegane Küche gefunden. Ich benötige keine aufwendigen, teuren, ausländischen Zutaten, die ich vielleicht nicht immer vorrätig habe, sondern einfach ein bisschen Mehl. Das Um und Auf der Einbrenn‘ ist das Mehl ausreichend zu rösten. Nicht jedes Mehl ist für den Rohgenuss geeignet. Wenn du das Mehl zum Öl hinzufügst, „röste“ es kurz durch bis eine leicht bräunliche Farbe angenommen hat. Dann kann es mit den anderen Zutaten weitergehen. Beim Aufgießen empfehle ich dir einen Schneebesen zu verwenden, dann kannst du alles gut durchrühren und du verhinderst so Klümpchen (bei diesem Rezept wäre das nicht so tragisch, da es dann sowieso püriert wird).

Mein Fazit

Wir sind zu dem Schluss gekommen, wenn der Cremespinat und der Erdäpfelröster passen, brauchts keine Ei-Variation oder Rindfleisch. Wir vermissen es zumindest gar nicht und schlagen uns die Bäuche mit noch mehr Spinat voll. Ich finde es ist ein sehr schnelles und dankbares Gericht. Beim Cremespinat schmeckt man nicht, ob es sich um ein veganes Rezept handelt oder nicht. Also sollten sich vegane und nicht-vegane Gäste bei dir einfinden (passiert ja bei Familienzusammenkünften mal schnell), dann bleibt es dir offen, ob du den nicht-veganen Gästen mit Ei & Co. dazu aufwartest oder nicht.

Wie auch immer der Spinat auf deinen Teller kommt – ich wünsche dir wie immer gutes Gelingen und guten Appetit! :)

Cremespinat mit Erdäpfelröster

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Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Österreich
Keyword: Hausmannskost, vegan
Vorbereitungszeit: 20 Minuten
Zubereitungszeit: 45 Minuten
Arbeitszeit: 40 Minuten
Portionen: 4 Portionen

Zutaten

Cremespinat

oder

  • 1 kg Spinat frisch
  • 2 Stk. Knoblauchzehe, groß
  • 2 EL Dinkelmehl
  • 200 ml Wasser
  • 2 EL SimplyV veganer Streichgenuss Natur
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat (gerieben)
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 300-400 ml Wasser oder Suppe (zum Aufgießen)
  • 1 TL Natron (nur für frischen Spinat)

Erdäpfelröster

Anleitungen

Cremespinat

  • Den tiefgekühlten Blattspinat in einem Topf, zugedeckt mit etwas Wasser, bei mittlerer Hitze auftauen.
  • Den frischen Spinat gut waschen. In einem großen Topf Wasser mit etwas Salz und 1 TL Natron zum Kochen bringen. Den Spinat im siedenden Wasser für ca. 2 Minunten ziehen lassen. Anschließend mit einem Schaumlöffel in einer Schüssel mit kaltem (Eis)Wasser kurz abschrecken und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.
  • In einem weiteren Topf das Öl erhitzen. Den gehackten Knoblauch hinzugeben und kurz anschwitzen (ohne Farbe zu nehmen).
  • Das Dinkelmehl zufügen und kurz anrösten (leichte Bräunung).
  • Den aufgetauten Blattspinat hinzugeben, kurz umrühren und mit Wasser oder Suppe aufgießen. Auf mittlerer Hitze unter ständigem rühren 1 Minuten kochen lassen.
  • Die Hitze abdrehen, SimplyV veganer Streichgenuss einrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  • Mit einem Pürierstab, einem Blender (Standmixer) oder einer Passierhilfe (Flotte Lotte), pürieren/passieren, bis die gewünschte, cremige Konsistenz erreicht ist. Wenn die Konsistenz noch zu dick ist, mit etwas Wasser oder Suppe angießen.

Erdäpfelröster

  • Die Erdäpfeln kurz abwaschen, in einen Topf geben, mit Wasser füllen, bis diese gut bedeckt sind und salzen.
  • Die Erdäpfeln (im Ganzen) circa 20-25 Minuten kochen. Um zu prüfen, ob die Erdäpfeln genüg gekocht sind, einfach mit einer Messerspitze (kein Buttermesser!) hineinstechen bis man circa die Mitte des Erdäpfel erreicht hat. Wenn dieser ganz leicht vom Messer wieder zurück ins Wasser gleitet, sind die Erdäpfeln durchgekocht.
  • Währenddessen den Zwiebel schälen und feinwürfelig schneiden.
  • Die Erdäpfeln abgießen und kurz auskühlen lassen.
  • Die Erdäpfeln schälen und in circa 5mm dicke Scheiben oder halbe Scheiben schneiden.
  • Das Öl in der Pfanne erhitzen und die Erdäpfeln bei mittlerer Hitze anbraten. Tipp: Die Erdäpfelscheiben in die Pfanne geben und liegen lassen, d.h. nicht gleich umrühren, sondern Farbe bekommen lassen. Beim Rösten von Erdäpfeln in der Pfanne besteht immer die Gefahr, dass sie ein Gatsch werden, weil man zu viel umrührt.
  • Die Erdäpfeln gleichmäßig anrösten. Kurz bevor sie fertig sind, den geschnittenen Zwiebel zugeben und mitrösten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  • Guten Appetit!

Zum Nachlesen:

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