von Natascha Wanek am 01.03.2020 in Kategorie:  Vegan

Kräuterseitling-Rettich Sandwich

Kräuterseitlinge, Rettich und Zwiebeln – eine wunderbare Kombination regionaler Zutaten, die du sogar in Bio-Qualität bei uns bekommst. Ein herzhafter Snack, der auch als Mittag- oder Abendessen eine gute Figur macht.

Der gesunde (Winter) Rettich

Foto: Pixabay – Der schwarze Winter-Rettich gehört von seinem Aussehen her sicher nicht zu den Topmodels unter den Gemüsen, bringt aber durch seinen besonderen Geschmack und seine feine Schärfe eine tolle Ergänzung in die Winterküche.

Vorweg muss ich eines gestehen – ich bin eigentlich kein großartiger Fan vom Rettich. Trotzdem habe ich mich auch an dieses Gemüse herangewagt und siehe da, er schmeckt tatsächlich! Wie immer kommt es nur auf die Zubereitung und die Geschmackskombination an. Die Verwendungsmöglichkeiten dieses Gemüses sind unendlich, man glaubt es kaum: Suppe, Aufstrich, Salat, Rohkost, fermentiert, eingelegt/gepickelt, gebraten, gebacken und gedünstet. Name it, you get it! Seine Verwendung als Husten- und Schleimlöser schuldet er den Inhaltstoffen Glukoraphan und Senfölglykosid. Diese Inhaltstoffe helfen aber nicht nur bei Erkältungssymptomen, sondern auch bei Verdauungsbeschwerden, da sie die Magensaftproduktion stimulieren und fördert den Gallenfluss. Alles in allem ein Gemüse mit versteckten Talenten unter der eher unschönen und rauen Schale im Schattendasein seiner Verwandten, dem Radieschen.

Schwammerl mal anders

Foto: Pixabay – Der Kräuterseitling hebt sich durch seine besondere Form, Größe und Konsistenz deutlich vom typischen Schwammerl, dem Champignon ab. Zart und fein im Geschmack und vielfältig einsetzbar.

Die Kräuterseitlinge erfreuen sich wachsender Bekanntheit und sind mittlerweile aus den gut sortierten Supermärkten kaum mehr wegzudenken. Einen klaren Vorteil bringen sie mit – ihre Form. So ganz Champignon-Schwammerl untypisch schafft es der Kräuterseitling deshalb bis in die Grillpfanne und kann ohne Probleme in Scheiben aufgeschnitten und gegrillt oder gebraten werden. Das tolle: die Scheiben bleiben wirklich stabil und mit einer guten beschichteten Pfanne, werden die Pilzscheiben auch wunderbar knusprig. Manche vegane Rezepte meinen ein Kräuterseitling schafft es geschmacklich und von seiner Textur her zum Fleischersatz in Sandwiches, Burger & Co. Diese Meinung teile ich nach vielen Jahren und Zubereitungsvarianten definitiv nicht. Schwammerl bleibt halt Schwammerl und wird auch beim Anbraten nicht auf wundersame Weise zum Steak oder Speck. Aber eines ist gewiss, in diesem Sandwich passt es aromatisch hervorragend herein.

Die edelste Form des Zwiebels

Zwiebeln direkt am Feld.
Foto: Pixabay – Zwiebeln direkt am Feld, so wie wir sie heute kaum mehr zu sehen bekommen.

Wenn jemand Zwiebel nicht mag, wird er auch hier schwer zu begeistern sein, denn ein Chutney ist die pure Essenz eines Gemüses in Form- und Geschmackvollendung. Zwiebel ist für mich die Komponente, die ein Gericht herzhaft und auch deftig macht. Die Kunst ist dem Zwiebel durch viel Zeit, Hingabe und Know-How in der Zubereitung seine wahren Nuancen zu entlocken und ihm die Schärfe auszutreiben. Vielleicht hast du ja selbst schon ein tolles Rezept für ein Zwiebel-Chutney, magst lieber Röstzwiebel (auch herrlich!) oder beziehst auch ein feines Zwiebelchutney wie ich von einer guten „Adresse“. Jedes Jahr pilgere ich zum Genussfestival in den Stadtpark nach Wien (immer am Muttertags-Wochenende im Mai) und bin jedes Mal aufs neue von der Vielfalt unserer Genussregion Österreich begeistert. Dort habe ich auch die Genussfreundin, Karin Stainhauser und ihre großartigen, selbstgemachten Produkte entdeckt, die ich dir nur wärmstens empfehlen kann. Ich kann euch nur so viel sagen – das Zwiebelchutney-Glas wurde in größtmöglicher Wertschätzung verwendet und gehütet. Die Verzweiflung war groß wie das Glas leer gegessen war, das könnt ihr mir glauben.

Sandwich ohne Sandwich

Foto: Pixabay – Brot ist längst aus seiner oft abgewerteten Nebenrolle als Grundnahrungsmittel herausgeschlüpft und avanciert zur Delikatesse. Die Zunft des Bäckers galt als beinahe ausgestorben, findet aber nun wieder einen besonderen und vor allem wertgeschätzten Platz in der Gesellschaft und Kulinarik.

Was ganz wichtig ist, nicht nur die Zutaten des Innenlebens eines Sandwiches machen den Geschmack aus, sondern auch das Brot. Man kann undendliches über Brot schreiben und in einer Brotnation wie Österreich haben wir eine Auswahlmöglichkeit und Bäckerpassion die ihresgleichen sucht. Das klassische Weißbrot-Sandwich hat seine ganz besonderen Einsatzgebiete, aber manchmal darfs bei mir auch etwas deftiger sein und da darf ein dunkles Brot zum Hauptakteur werden. Aber Geschmäcker sind verschieden und ich empfehle es einfach mit dem Lieblingsbrot auszuprobieren.

Halbiertes Schwarzbrotsandwich mit Kräuterseitlingen, Rettich und Zwiebel-Chutney gefüllt, dekoriert mit Kresse, angerichtet auf einem weißen Teller. Beigelegt eine rote Papierserviette und Deko-Pilze aus Holz.

Kräuterseitling-Rettich Sandwich

Pikant, deftig und trotzdem ein Snack für ein kleines Mittagessen.
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Gericht: Snack
Land & Region: Österreich
Keyword: Chutney, Kräuterseitlinge, Rettich, Sandwich, Schnelle Küche, vegan, Zwiebel
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Portionen: 2 Personen

Zutaten

  • 4 Scheiben Brot
  • 4 EL Zwiebelchutney
  • 1 Pkg. Kräuterseitlinge
  • 1 Stk. Rettich, schwarz
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 EL Hesperiden-Essig
  • 1 TL Reissirup
  • 1/2 TL Dijon-Senf
  • 1 EL Petersilie, gehackt
  • 1 Pkg. Kresse
  • 1 Stk. Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer

Anleitungen

  • Den Rettich schälen und auf einer groben Reibe raspeln. Aus dem Rapsöl, dem Hesperiden-Essig, dem Dijon-Senf und dem Reissirup eine Marinade anrühren und den Rettich damit marinieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die gehackte Petersilie beimengen und beiseite stellen (durchziehen lassen).
  • Die Kräuterseitlinge kurz abspülen und in ca. 3mm dicke Scheiben der Länge nach schneiden. In eine Pfanne mit ein wenig Öl geben und von beiden Seiten gold-knusprig braten. Nach dem Braten auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und etwas salzen und pfeffern.
  • Die Brotscheiben gerne etwas toasten. Die Knoblauchzehe schälen und der Länge nach halbieren. Mit den Schnittflächen die Brotscheiben auf einer Seite gut abreiben.
  • Den Rettich nochmal probieren und ggf. mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
  • Eine Brotscheibe mit dem marinierten Rettich belegen. Darauf die Kräuterseitlinge legen und leicht andrücken.
  • Eine andere Brotscheibe mit dem Zwiebelchutney bestreichen und als Deckel auf die bereits belegte Brotscheibe legen und etwas andrücken.
  • Das Sandwich in der Mitte mit einem scharfen, gezackten Messer durchschneiden und mit Kresse bestreut servieren.
  • Guten Appetit!

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