von Natascha Wanek am 20.03.2020 in Kategorie:  Vegan

Vegan basics: Pancakes

Welches Rezept könnte besser die neue Schwerpunktreihe „Vegan basics“ eröffnen, als mein Rezept für Pancakes. Fast jedes Wochenende gibt es bei uns diese Köstlichkeit und jedes Mal ein bisschen anders. Die Basis ist immer die gleiche, aber die Vielfalt kommt aus dem „Belag“. Das tolle ist, es gibt immer etwas im Vorratsschrank, im Kühlschrank oder im Obstkorb, das passt. Warum gerade der amerikanische Frühstücksklassiker? Weil ich mich in einem Urlaub, noch vor unserer veganen Zeit, unsterblich in Pancakes verliebt habe. Der Gedanke selbst welche zu machen hat mich nie wirklich losgelassen.

Die glutenfreie Herausforderung

Das Rezept ist sogar so genial, dass du es auch mit glutenfreiem Mehl oder den gängigen glutenfreien Mehlmischungen zubereiten kannst. Ich garantiere dir, es funktioniert wirklich. Als ich mich vor ca. 6 Jahren begann vegan zu ernähren, war auch eine Zeit lang glutenfrei dabei. Wie manche von euch wissen, fand ich persönlich zum Veganismus aufgrund meiner Gesundheit bzw. eher Grunderkrankung. Bei der glutenfreien Ernährung war es dasselbe. Zu Beginn war diese Situation der pure Horrortrip. Abgesehen davon, dass ich anscheinend über Nacht nicht mehr kochen konnte (alles was ich im Alleingang vegan kochte, schmeckte äußerst grauslich), ist die Kombi vegan und glutenfrei sehr speziell. Viele glutenfreie Rezepte kompensieren das fehlende Klebereiweiß (Gluten) mit der Zugabe von gefühlt 100 Eiern. Somit war das eine Eindeutige Sackgasse für mich. Nicht nur kochen war schwierig, backen war ein regelrechter Alptraum. An „Süßes“, Mehlspeisen, Desserts, usw. war anfangs nicht zu denken. Deshalb war ich total happy, dass mir dieses Pancakes-Rezept so gut gelungen war.

Die Geburtsstunde der Vegan basics

Über Pancakes kann man im Prinzip sagen, dass es sich um dickere Palatschinken handelt. Aber auch die haben gerne zumindest ein Ei mit drin. Also wie bekommt man die Pancakes flaumig ohne Ei? Das war für mich einer der ersten Momente, in denen ich realisierte „ich muss mich intensiv mit Kochen, Lebensmittel und Ernährung auseinandersetzen“. Der Schmäh hinter der Adaptierung der veganen Ernährung liegt nämlich nicht im Verzicht. Primär ist es ein Verständnis dafür zu entwickeln, was das fertige Gericht oder Produkt ausmacht und zu dem macht, was es eben ist. Das bedeutet konkret: Welche Funktion übernimmt die Komponente, die ich weglassen möchte/muss eigentlich? Gibt es dem Gericht Geschmack, Stabilität, Halt, Flexibilität, Viskosität, Elastizität, Bindung, Volumen, usw. Diese Erkenntnis hat mein Kochen, mein Denken in der Küche und innerhalb von Rezepten grundlegend verändert. Das war sozusagen die Geburtsstunde von Vegan basics.

Detailarbeit

Die Pancakes sind eigentlich ein hervorragendes Beispiel für das Verständnis der veganen Kochtechnik. Das Ei gibt hier normalerweise Volumen und Bindung. Nichts leichter als das. Volumen holen wir uns in diesem Rezept durch die Verwendung von Backpulver oder Natron. Da beide etwas Säure benötigen, um ihre chemische Reaktion zu starten, gibt es hier wiederum mehrere Möglichkeiten. Ich habe mich für uns bei zermatschten Bananen oder Apfelmus eingependelt. Pflanzliches Joghurt wäre eine weitere Alternative. Die Säure in den Früchten bzw. im Joghurt ist voll ausreichend, damit dein Backpulver oder Natron die Reaktion starten kann. Die zermatschte Banane hilft mir nicht nur beim Volumen, sonder auch um den Teig „zusammenzuhalten“. Außerdem ist unser Bananenbestand bis zum Ende der Woche nicht mehr so hübsch und macht sich im vollreifen Zustand geschmacklich hervorragend in den Pancakes.

vegane Pancakes angerichtet auf einem Teller, belegt mit Apfelspalten
flaumige Apfel-Pancakes, bestreut mit Zimt-Zucker

Variationsvielfalt

Eines muss aber erwähnt werden – am intensivsten im Geschmack sind die Bananen unangefochten. Wenn du das so gar nicht magst, empfehle ich dir wirklich auf Apfelmus oder Joghurt umzusteigen. Natürlich ist auch wichtig, dass dir der Pancake „Inhalt“ mit dem Belag zusammenpasst bzw. schmeckt. Hier sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Beeren,… alles findet seinen Platz auf einem Pancake. Und wenn du mal gar nichts zum Belegen daheim hast, gibts noch immer den eisernen Marmeladenvorrat. Denn auch Marmeladen machen sich äußerst köstlich auf den Pancakes.

Toppings

Auch bei den Toppings sind dir wieder keine Grenzen gesetzt. Wir geben uns noch gerne etwas Nussmus rauf (Bsp. Mandelmus) und etwas Süßes. Das kann ganz klassisch Ahornsirup sein, natürlich aber auch Agavendicksaft, Dattelsirup & Co. Zu guter Letzt dürfen Gewürze auch hier nicht fehlen. Wir greifen dabei sehr gerne zu den süßen Gewürzmischen von SONNENTOR zurück oder klassisch zu Zimt & Kakao.

gedeckter Frühstückstisch mit Orangensaft, Kaffee, Marmeladengläser, Nussmus, süßen Gewürzmischungen, Ahornsirup und veganen Pancakes, serviert auf einem Teller

Wofür du dich auch entscheidest, ich wünsche dir gutes Gelingen und guten Appetit! Und nicht vergessen: Die Pancakes im vorgeheizten Ofen warm stellen, damit dich auch du gemütlich zu deinen Liebsten zum Frühstückstisch zum Genießen setzen kannst.

Mehr Abwechslung für deinen veganen Frühstückstisch? Lass dich gerne von meinen anderen Frühstücksideen einfach inspirieren. Probier doch mal einen wärmenden Porridge, köstliche French-Toasts oder eine pikante Tofu-Eierspeis.

vegane Pancakes auf einem Teller angerichtet

Pancakes

Ein Grundrezept für vegane Pancakes, die auch glutenfrei gelingen, aus der Reihe der Vegan basics-Rezepte.
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Gericht: Frühstück
Land & Region: Amerikanisch
Keyword: Apfel, Bananen, Frühstück, Glutenfrei, Pancakes, vegan
Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Portionen: 2 Personen

Zutaten

  • 110 g Mehl od. Glutenfreie Mehlmischung universal
  • 250 ml Pflanzenmilch
  • 2 EL flüssige Margarine
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL, gestr. Backpulver od. Natron
  • 1 Stk. Banane oder
  • 2 EL Apfelmus
  • neutrales Pflanzenöl

Was du für deine Pancakes bereitstellen kannst (Vorschläge & Ideen)

  • Marmelade, Fruchtaufstriche, Konfitüren
  • Nussmus aus Cashew, Mandel, Kokos, Haselnuss, Macadamia, usw.
  • Erdnussbutter oder Schoko/Nougat -Aufstriche
  • frische Früchte
  • Fruchtkompott
  • geröstete Nüsse
  • Ahornsirup
  • süße Gewürzmischungen von SONNENTOR

Früchte zum Belegen der Pancakes (in Scheiben oder Stücke geschnitten, außer Beeren)

  • Äpfel, Birnen
  • Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen
  • Bananen, Ananas
  • Heidelbeeren, Himbeeren

Anleitungen

  • In einer Pfanne die Margarine verflüssigen.
  • Das Mehl in eine Schüssel wiegen.
  • Die Pflanzenmilch abmessen.
  • Die Banane mit einer Gabel zermatschen oder stattdessen 2 EL Apfelmus bereit halten.
  • Das Mehl mit dem Salz, dem Backpulver/Natron vermischen.
  • Die trockenen Zutaten mit der Pflanzenmilch mithilfe eines Schneebesens zu einem glatten Teig verrühren. 2 EL der verflüssigten Margarine aus der Pfanne zum Teig zugeben und gut unterrühren.
  • Die zermatschte Banane oder das Apfelmus hinzugeben und wieder gut durchrühren. Für 2-3 Minuten kurz rasten lassen.
  • Das Backrohr auf 80°C Ober-/Unterhitze aufheizen und einen großen, flachen Teller auf den Gitterrost auf der mittleren Schiene bereitstellen.
  • Inzwischen den Frühstückstisch decken und alles was du zu deinen Pancakes reichen möchtest bereitstellen.
  • In der schon benutzen Pfanne 1-2 EL Pflanzenöl erhitzen und mit einem Löffel den Teig in die Pfanne geben. Pro Pancake kommen 2-4 EL, je nachdem wie groß deine Pancakes werden sollen, zum Einsatz.

Zwischenschritt für Pancakes mit frischen Früchten

  • Wenn du deine Pancakes mit frischen Früchten belegen möchtest, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Sobald du den Teig in der Pfanne verteilt hast, beleg vorsichtig die (noch rohe) Oberseite deiner Pancakes. Ich empfehle dir, deine Früchte etwas anzudrücken, damit sie beim Umdrehen der Pancakes nicht so schnell runterfallen. Beim Belegen musst du etwas zügig arbeiten, damit die Früchte noch in den Teig kommen, solange er noch "flüssig" ist. Beim Umdrehen der belegten Pancakes verwende ich gern rechts eine Winkelpalette und in der linken Hand eine Gabel, aber du kannst natürlich dein eigenes System finden ;)
  • Mit einem flachen Pfannenheber oder einer Winkelpalette die Pancakes, sobald sie auf der Unterseite genügend Farbe bekommen haben, vorsichtig umdrehen.
  • Jede fertige "Runde" Pancakes wandern von der Pfanne auf den Teller ins Backrohr, damit sie schön warm bleiben, bis du alle fertig hast und auch du frühstücksbereit bist :)
  • Gutes Gelingen und guten Appetit!

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  • Obwohl ich es nicht rein vegan zubereiten konnte (es gab keine pflanzliche Milch mehr), hat das Rezept einen Platz in der Familien-Kochmappe verliehen bekommen. Einstimmig! Danke Natascha.

    Reply

    • Liebe Isabelle! Vielen lieben dank für dein Feedback und es freut mich von Herzen, dass es euch geschmeckt hat! :) wünsch euch viel Freude mit dem Neuzugang in der Familien-Kochmappe, noch ganz viele Genussmomente miteinander und natürlich gsund bleiben ;) Liebe Grüße, eure Natascha

      Reply

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