von Natascha Wanek am 26.03.2020 in Kategorie: Vegan

Wokgemüse mit Reisnudeln und knusprigem Sesam-Tofu

Wir lieben Asia-Küche und vor allem Gerichte aus dem Wok. Sie gehen schnell, sind in der Regel einfach und kommen auch mit wenigen Zutaten aus. Gerichte aus dem Wok sind für mich eine gute Alternative in unserem üblichen Speiseplan. Zudem kannst du hier mit jedem Gemüse der Saison variieren. Das besondere Highlight: der knusprige Sesam-Tofu, der dem ganzen Gericht einen schönen Kontrast zum sonst bekannten, eher schwammigen Tofu gibt.

Asia-Küche

Meine fernöstliche Interpretation der asiatischen Küche, nenne ich gern Asia-Küche. Ich muss gestehen, eine eindeutige Zuordnung in ein explizites Land, fällt mir persönlich eher schwer. Also meine persönliche Asia-Küche ist nicht nur vegan, sondern auch recht einfach gestrickt. Als ich mich vor vielen Jahren, also noch vor meiner Umstellung zu vegan, mit der asiatischen Küche zu beschäftigen begann, war ich schlichtweg überwältigt. Die Vielfalt an Gewürzen, Zubereitungsmethoden, Gemüse-, Fleisch-, Fisch- und Meeresfrüchtesorten kann eine Mitteleuropäerin schon leicht überfordern. Lange hat es dann eben nicht gedauert, bis ich die Lust asiatisch zu kochen wieder verloren habe. Aber die Umstellung zur veganen Küche brachteauch hier die große Wendung. Der Wok wanderte vom Abstellkammerl wieder ns Küchenkastl und freute sich reger Verwendung. Wer hätte gedacht, dass gerade die fernöstliche Küche so veganfreundlich und anpassungsfähig sein kann? Ich jedenfalls nicht.

Der Wok

Gerade beim Wok finden sich mehrere Vorteile: Egal, ob du einen echten Wok oder, so wie ich manchmal, eine Wok-Pfanne benutzt, beide sind vom Prinzip her mittlerweile gleich. Die Hitzeverteilung, im Gegensatz zur normalen Pfanne, erstreckt sich bis zum Rand hinauf, wobei der Boden am heißesten bleibt. Schnelles, kurzes anbraten bei großer Hitze ist perfekt möglich. Du wirst somit in der Wok-Küche alles finden, aber kein totgekochtes, zergatschtes Gemüse. Somit ist der Wok eigentlich ein Must-have für alle Fans der knackigen, vitalen Gemüseküche. Wer sich intensiver mit der Wok-Küche auseinandersetzt kann damit auch super frittieren und dämpfen. Eigene Einsätze und Kochutensilien gibt es dazu am Markt. Eines ist aber klar – das Frittieren im Wok ist trotzdem keine „gesündere“ Angelegenheit. Schwimmendes Rausbacken im Fett ist und bleibt eine Kalorienbombe, auch in der Asia-Küche.

Beilagen in der Asia-Küche

Bei den Beilagen stehen dir unzählige Optionen offen. Zum einen gibt es Nudeln verschiedener Arten. Bitte nicht mit der italienischen Nudelpassion vergleichen. In der Asia-Küche sind Nudeln einfach Nudeln. Punkt. Was du hier an Variationsvielfalt in der Form eher vermisst, findest du umso mehr in den Grundzutaten: Reis, Buchweizen, Weizen, Konjak, mit Ei, ohne Ei, Mungobohnen, usw. Es gibt für jeden Geschmack die passende Nudelart. Ich verwende am liebsten die breiten Reisnudeln. Sie sind besser zu verarbeiten als die dünnen Glasnudeln, vegan, glutenfrei und schmecken uns einfach am besten. Am besten du probierst dich da einfach mal selbst durch. Wenn alle Stricke reißen gibt es klassisch Basmati-Reis oder Rundkorn-Reis bei uns als Beilage.

Gemüse für deinen Wok

Beim Gemüse bist du absolut frei und ungebunden. Da gilt als Faustregel einfach verwenden was schmeckt. Es gibt natürlich ganz typische Gemüsesorten, die sich in einem Asia-Gemüse gerne finden, wie zum Beispiel: Zuckerschoten, Pak-Choi, Shiitake-Pilze, Mungbohnensprossen, Bambussprossen, Sojabohnen und Sojabohnensprossen, Mini-Maiskölbchen, Chinakohl, usw. Als kleiner Tipp am Rande: Achte auf die Reihenfolge beim Anbraten im Wok. Das heißt, das Gemüse, das am längsten braucht um gar oder knusprig zu werden, wandert als erstes in den Wok. Selbiges gilt für die Schnittgrößen bzw. Schnittform. Du kannst sowohl damit, als auch mit vorgaren von eher festeren Gemüsesorten, die Garzeit etwas abkürzen und beeinflussen. Blanchieren bietet sich zum Beispiel bei Brokkoli, Karfiol, Süßkartoffel, Kürbis, usw. sehr an. Einfach kochendes Salzwasser aufsetzen (da kannst du auch das Nudelwasser dafür verwenden!) und für 2 Minuten kurz kochen, dann gleich direkt in den Wok geben oder mit kaltem Wasser kurz abschrecken (stoppt den Garprozess).

Foto: Pixabay – Tempeh aus Sojabohnen. Bei uns noch eher unbekannt, in Indonesien hingegen zählt dieses Fermentationsprodukt fix zum Speiseplan.

Tofu, Tempeh & Co.

Als Proteinanteil bietet sich für die Asia-Küche nicht nur Tofu an. Hast du schon mal Tempeh probiert? Mittlerweile erhältst du Tempeh nicht mehr nur aus Sojabohnen, sondern auch aus Lupinen und schwarzen Bohnen. Einfach nur köstlich! Knusprig angebraten bringt dir Tempeh eine wundervolle, gesunde Proteinquelle für deine Wokkreation. Aber auch hier ist selbstverständlich nicht die Grenze erreicht. Der Markt hat inzwischen aufgeholt und du findest neben dem klassischen Seitanprodukten auch Produkte aus Erbsenprotein, Lupine und diversen Bohnen. Ein kleiner Tipp: geröstete Kichererbsen sind auch mal einen Versuch wert ;)

Saucen & Gewürze

Bei Saucen und Gewürzen gibt es eine Unmenge an Möglichkeiten! Pikant, süß-sauer, auf Früchtebasis wie z.B. Mango oder auch auf Nussbasis wie z.B. Erdnuss. Es gibt einfach keine Grenzen (außer den guten Geschmack). Die Würzbasis jedoch bildet immer Sojasauce. Die Sojasauce gibt es nun auch bei uns in unzähligen Varianten wie z.B. salzreduziert, glutenfrei, hell, dunkel, usw. Ein wichtiger Punkt, den es vielleicht zu beachten gilt ist, dass jede konventionelle Sojasauce Weizen enthält und somit nicht glutenfrei ist. Deshalb weiche ich gerne auf Tamari-Sauce aus. Ich muss gestehen, sie schmeckt mir auch um einiges besser, als die glutenfreie Sojasauce. Auch die Gewürzvielfalt ist überwältigend. Ich muss gestehen, ich helfe mir hier gerne mit Gewürzmischungen weiter. Eine der bekanntesten Asia-Gewürzmischungen ist wahrscheinlich die 5-Spices oder die 5-Gewürze-Mischung. Die gibts einerseits fertig zu kaufen oder du mischt sie dir einfach selbst an. Zudem bekommst du noch unzählige weitere Mischungen am Markt. Ich schlage auch hier vor, probier dich einfach durch!

Ich wünsche dir mit dieser Wok-Rezept-Variante viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

veganes Wokgemüse mit Reisnudeln und knusprigem Sesam-Tofu angerichtet auf einem weißen Teller

Wokgemüse mit Reisnudeln und knusprigem Sesam-Tofu

Definitv ein Rezept für die asiatische Vitalküche: knackiges Gemüse, knusprig-würziger Sesam-Tofu und klassische Reisnudeln für den schnellen Hunger.
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Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Chinesisch
Keyword: Reisnudeln, Sesam, Tofu, vegan, Wok
Vorbereitungszeit: 1 Stunde 15 Minuten
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Portionen: 2 Personen

Zutaten

Wokgemüse

  • 1 Stk. Zucchini wenn keine Pilze vorhanden
  • 1/2 Stk. Zucchini Menge reduziert, wenn mit Pilzen in Verwendung
  • 1/2 Stk. Shiitake-Pilze
  • 1-1/2 Stk. Paprika
  • 1-2 Stk. Pak-Choi
  • 2 Stk. Frühlingszwiebel
  • 2 Stk. Knoblauchzehe
  • Ingwer
  • Tamari- oder Sojasauce
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer
  • Pflanzenöl und/oder Erdnuss- bzw. Kokosöl

Knuspriger Sesam-Tofu

  • 300 g Tofu natur entspricht in der Regel einer Packung
  • 2-3 EL Sesam
  • 3-4 EL Tamari- oder Sojasauce
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1/2 EL Ketchup
  • 1 TL Tomatenmark
  • 2 TL Stärke (Kartoffel- oder Maisstärke = Maizena)
  • 1 TL SONNENTOR Yokos Tofugewürz bio-Gewürzmischung
  • Chillipaste, Chillipulver oder frische Chilli
  • Salz, Pfeffer
  • Misopaste und 1 TL Reissirup optional
  • Pflanzenöl und/oder Erdnuss- bzw. Kokosöl

Beilage

  • Reisnudeln, breit
  • Basmati-Reis, Rundkorn-Reis, Asia-Nudeln, usw. optional

Anleitungen

Vorbereitung Sesam-Tofu

  • Den Tofu in 3-4 Scheiben durchschneiden (auf einer der langen Kanten aufstellen und der Länge nach in Scheiben schneiden). Diese Scheiben dann jeweils ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Die Streifen wiederum in 1 cm große Würfel schneiden.
  • Die Tofuwürfel in eine große Schüssel geben und mit den restlichen angegebenen Zutaten gut vermengen. Ein kleiner Tipp: Du kannst alle Zutaten bis auf das Chilli mal miteinander vermengen, zum Schluss das Chili hineingeben und mit einem Löffel umrühren (damit du keine Chilli-Finger hast ;) )
  • Mit der Tamari- oder Sojasauce benetzt du die Tofuwürfel. Achte darauf nicht zu viel Flüssigkeit zu verwenden, aber ausreichend, damit die anderen Zutaten dann in Kombination mit der Stärke am Tofu haften bleiben können. Gib soviel Stärke hinzu, bis du das Gefühl hast, dass der Sesam am Tofu kleben bleibt. Stell die Schüssel dann beiseite und lass alles gut durchziehen.

Vorbereitung Wokgemüse

  • Das Gemüse gut waschen und putzen. D.h. Stiele, Kerne, Strunkansatz, Schalen, usw. entfernen. Alle Gemüseabschnitte, die nicht verschmutzt oder nicht mehr schön, aber noch in Ordnung sind, kommen in dein Suppensackerl (für den nächsten Gemüsesuppenansatz). Schmutzige und kaputte Abschnitte wandern in den Bio-Müll oder auf den Kompost.
  • Pilze in grobe Scheiben schneiden.
  • Zucchini der Länge nach halbieren. Die Hälften nochmals der Länge nach halbieren. Wenn du möchtest, kannst du mit einem Gemüsemesser das Innere der Zucchini (=Kerne und schwammiger Teil) rausschneiden und ebenso in das Suppensackerl geben. Dann die Zucchinistreifen in kleine Stücke schneiden (ca. 3 mm dick)
  • Paprika in ca. 3 mm breite Stücke, Ringe oder Streifen schneiden.
  • Pak-Choi die Blätter mit einem Messer von dem Strunkanteil trennen. Die Strünke in ca. 3 mm breite Streifen schneiden. Die Blätter aufeinanderstapeln, der Länge nach einmal einklappen und in 5 mm breite Streifen schneiden.
  • Frühlingszwiebel in 3 mm dicke Ringe schneiden.
  • Knoblauchzehen fein hacken, durch eine Knoblauchpresse pressen oder im Mörser zerkleinern.
  • Den Ingwer (ca. 3 cm langes Stück) schälen. Wenn du einen Bio-Ingwer hast, kannst du die Schale auch dran lassen oder sie auch in dein Suppensackerl geben.

Vorbereitung Kochstelle

  • Stell dir einen Topf mit gesalzenem, heißem Wasser für die Nudeln bereit.
  • Bereite dir eine beschichtete Pfanne für den Tofu mit etwas neutralem Pflanzenöl vor.
  • Bereite dir einen Wok oder eine Wok-Pfanne für dein Gemüse mit etwas neutralem Pflanzenöl oder Erdnuss- bzw. Kokosöl vor.

Los geht's!

  • Erhitze die Pfanne für den Tofu und die Pfanne/den Wok für dein Gemüse.
  • Sobald das Öl in der Pfanne für den Tofu beginnt warm zu werden (einfach Hand vorsichtig darüber halten), kannst du schon den Tofu vorsichtig hineingeben. Verteile die Tofustücke gleichmäßig in der Pfanne, sodass alle Stücke Kontakt zum Pfannenboden haben und nicht übereinander liegen. Du kannst gerne die Hitze etwas runterreduzieren und die Würferl vor sich hin brutzeln lassen. Nicht wenden!
  • Wenn das Öl in deinem Wok/deiner Pfanne warm ist, kannst auch hier schon losgehen. Starte mit den Pilzscheiben, solltest du keine haben, beginnst du mit den Zucchinistücken. Unter wiederkehrendem wenden, am besten mit einem Pfannenwender, röstest du die Pilzscheiben an, bis sie Farbe bekommen.
  • Gib die Zucchinistücke nun zu den Pilzscheiben und röste sie, bis auch hier Röstfarbe an den Stücken zu sehen ist.
  • Als nächstest kommen die Paprikastücke hinein. Auch hier wieder – rösten bis die Paprikastücke Farbe nehmen.
  • Bring dein Nudelwasser zum Kochen. Sobald es kocht, gib die Reisnudeln hinein. Bei meinen beträgt die Kochdauer zwischen 3 und 4 Minuten. Am besten du hältst dich an deine Packungsanleitung.
  • Dazwischen immer wieder auf deinen Tofu schauen. Sobald du erkennen kannst, dass die Unterseite der Würferl Farbe bekommen hat, kannst du den Tofu wenden/umrühren und nun die restlichen Seiten der Würferl anbraten. Durch die Stärke hängen die Würfel etwas zusammen. Du kannst sie trennen oder so wie ich, ein paar miteinander hängen lassen.
  • Nach dem Paprika kommen nun die Strünke des Pak-Choi in die Pfanne. Gut durchrösten, bis die Stücke glasig werden. Dann kannst du die Frühlingszwiebel, den Knoblauch, und die Pak-Choi Blätter dazugeben. Lass die Hitze noch für 1 Minute an und schalte sie dann aus.
  • Das Wokgemüse finalisieren mit frisch geriebenen Ingwer, einem Spritzer Zitronensaft, etwas Tamari- oder Sojasauce, Salz und Pfeffer.
  • Wenn die Nudeln fertig gekocht sind, gut abseihen, nochmals zurück in den Topf geben und mit etwas Öl und Tamari- bzw. Sojasauce benetzen. Gut umrühren!
  • Die Nudeln zum Wokgemüse geben und so gut wie möglich (kleben wie Katastrophe!) untermengen.
  • Die Wokgemüse-Nudel-Mischung auf Tellern anrichten und mit dem knusprigen Sesam-Tofu belegt servieren. Guten Appetit!

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