von Natascha Wanek am 27.03.2020 in Kategorie:  Vegan

French-Toasts

Pünktlich zum Wochenende gibt’s natürlich wieder eine Frühstücksinspiration. French-Toasts funktionieren natürlich auch super unter der Woche, aber Hand aufs Herz, wirklich Zeit und Laune für Küchenexperimente hat man nur am Wochenende. French-Toasts sind nicht nur wandlungsfähige Allrounder für den besonderen, süßen Frühstückstisch. Mit diesem Rezeptklassiker kommst du auch unter die Königsdisziplin in der Küche: Resteverwertung.

Lass dich nicht blenden

Wusstest du, dass es French-Toasts schon wesentlich länger bei uns gibt? Also noch viel, viel länger, bevor man sie French-Toasts genannt hat? Also bei uns, sprich Österreich, aber auch in Deutschland, kennt man die fancy French-Toasts eigentlich unter einem ganz anderen Namen. Bei uns und unseren Nachbarn hießen sie anno dazumal noch „arme Ritter“ oder auch „Pofesen“. Gemeint ist haargenau dasselbe Prozedere bzw. Gericht mit ein und demselben Ziel: Resteverwertung.

Nix verkommen lassen

In jedem Haushalt ist es schon mal passiert, dass Brot oder auch Gebäck „alt“ geworden sind. Früher, das muss man sagen, wurde auch noch ganz anders Brot gebacken. Null Chemie zur Haltbarmachung, ganz andere Zutaten in einer wesentlich differenten Qualität. Da erscheint es nur logisch, dass Brot und Gebäck binnen kurzer Zeit hart wurden. Aber was passiert wenn Brot hart wird? Eines ist ganz wichtig: es wird weder ungenießbar im Sinne von schädlich noch ist es lebensbedrohlich verdorben. Es wurde einfach nur hart. Ein einwandfreies Lebensmittel einfach wegzuwerfen wäre völliger Unsinn. Semmelbröseln, Semmelwürfeln, Brotchips, usw. sind im Prinzip nichts anderes und das essen wir ja auch. Nachdem damals nichts weggeworfen oder für zu mindern für den auserwählten Gaumen erklärt wurde, mussten Ideen zur Resteverwertung her. Nicht nur in Kriegs- und Nachkriegszeiten war es üblich alles in der Küche einer Verwendung zuzuführen. Unbedachtes Wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln ist einfach eine bedenkliche Erscheinung dieser Zeit. Die Verfügbarkeit der Lebensmittel wurde zunehmend selbstverständlicher, garantierter und leichter zugänglich und resultiert in einem Wertigkeitsverlust gegenüber unserer Nahrung.

Arme Leute Essen

Also was tun, wenn Weißbrot, Semmeln (Brötchen aus weißem Mehl), Striezel (Hefezopf), Brioche oder die bald aktuelle Osterpinze doch mal hart wurde? Ursprünglich hat man aus Milch oder Obers (Sahne) und Eiern einfach eine sämige Sauce zusammengerührt, die Brot- oder Gebäckscheiben damit kurz getränkt und im Fett gebraten. Ja nachdem was zuhause und zu den Zeiten, aus denen dieses Rezept eigentlich stammt, vor allem zur Verfügung war, hat man hier ergänzt. Obst, Kompott, Marmelade/Konfitüre, Zucker, Gewürze aus der süßen Küche – der Fantasie waren und sind keine Grenzen gesetzt. Das war sozusagen die Geburtsstunde für die armen Ritter oder Pofesen als Klassiker aus der „Arme-Leute-Essen“-Küche. Man schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: die Reste werden verwertet, den Kindern hat’s geschmeckt und sättigend war es noch dazu.

Einmal vegan bitte!

Ich muss gestehen, ich war am Anfang SEHR skeptisch. Bevor wir auf vegane Ernährung umstellten, habe ich natürlich auch hin und wieder French-Toasts am Wochenende gezaubert. Wie bei vielen veganen Gerichten und Rezepten konnte ich es mir bei besten Willen einfach nicht vorstellen. Ich muss aber auch gestehen, ich habe sehr lange herumprobiert, bis ich eigentlich bei recht simplen Zutaten gelandet bin. Wir finden die vegane Version steht in keinem Punkt der Ursprungsvariante hinten nach. Uns schmeckt es jedenfalls und ich bin begeistert, dass die Zutaten und die Zubereitung so einfach und doch wandelbar sind.

Ein besonderer Tipp

Zum Schluss darf ich dir noch einen besonderen Tipp mitgeben: Probier doch mal die österreichisch-böhmische Variante! Einfach zwischen die Brotscheiben Powidl streichen und nach dem braten mit einer Mohn-Zucker-Mischung bestreut servieren. Wer möchte kann hier auch noch ein bisschen Zimt darüber streuen.

Ich wünsch dir wie immer gutes Gelingen, viel Spaß beim Nachkochen und genussvolle Frühstücksmomente :)

zwei dreieckige goldbraune Toastscheiben mit Marmelade gefüllt, serviert auf einem weißen Teller mit Ahornsirup und Blütengewürz.

French-Toasts

Ein süßer Klassiker als Frühstücksalternative und gleichzeitige Resteverwertungsmöglichkeit für altes Toast- oder Weißbrot.
4.5 von 2 Bewertungen
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Gericht: Frühstück
Land & Region: Amerikanisch
Keyword: arme Ritter, Konfitüre, Marmelade, Toastbrot, vegan, Weißbrot
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 10 Minuten
Portionen: 2 Personen

Zutaten

French-Toasts

  • 4 Scheiben Toast- oder Weißbrot, Brioche oder Striezel (Hefezopf)
  • Marmelade/Konfitüre nach Wahl
  • 200 ml Pflanzenmilch +etwas mehr
  • 3-5 EL Kichererbsenmehl +etwas mehr
  • 1 Prise SONNENTOR Bio-Kurkuma
  • 1 TL Vanillezucker
  • Pflanzenöl
  • Pflanzenmargarine

Finish/Topping

  • frische Früchte der Saison
  • Ahornsirup, Agavendicksaft, Dattelsirup, Staubzucker, o.ä.
  • SONNENTOR süße Gewürzmischungen

Anleitungen

  • Ein bis zwei Pfannen bereit stellen.
  • Einen großen Teller ins Backrohr stellen und Ober-/Unterhitze bei 80-90°C Grad einschalten.
  • In einer Schüssel aus der Pflanzenmilch und dem Kichererbsenmehl eine leicht sämige Sauce anrühren, um die Toasts darin zu wenden. Am besten mit einem Schneebesen oder Quirl gut durchrühren. Wird dir die Sauce zu dick, kannst du noch Pflanzenmilch nachgeben, wird sie dir zu dünn kannst du noch mit etwas Kichererbsenmehl nachbessern. Wenn du mit der Sämigkeit der Sauce zufrieden bist, kannst du für die Farbe noch eine Prise Kurkuma ergänzend hinzugeben.
  • Um die Toastdoppeldecker optimal in der Sauce wenden zu können, gießt du die Sauce am besten in ein flaches Geschirr mit einem Rand oder eine Auflaufform hinein. Ein Suppenteller ist auch in Ordnung, jedoch musst du bedenken, dass sich relativ viel von deiner Sauce unten im Teller sammelt, wo du mit deinem Toast nicht ordentlich hin kommst.
  • Eine Toastscheibe mit Marmelade/Konfitüre deiner Wahl bestreichen. Lass dabei rundherum etwas Platz zu den Rändern, damit dir nicht zu viel deiner Füllung in die Pfanne rinnt. Eine zweite Toastscheibe für den Deckel darauflegen.
  • In der Pfanne/den Pfannen das Pflanzenöl und etwas Pflanzenmargarine erhitzen.
  • Sobald das Öl die richtige Temperatur erreicht hat, kannst du schon deine Toastdoppeldecker in deiner Sauce wenden. Zuerst Ober- und Unterseite und dann auch alle Kanten. Tauche wirklich nur kurz ein und ertränke sie nicht! Kurz abtropfen lassen und in die Pfanne vorsichtig hineinlegen. Mache diesen Arbeitsschritt wirklich erst wenn das Öl heiß ist und du Platz in der Pfanne hast (ansonsten zergatscht dir dein Toast inzwischen)
  • Die Toast von beiden Seiten goldbraun braten. Zum Wenden verwendest du am besten eine Winkelpalette oder einen Pfannenwender. Bevor die Toasts aus der Pfanne raus müssen, kannst du sie auch nochmal kurz auf den Kanten "aufstellen" und auch diese kurz anknuspern lassen.
  • Deine French-Toast warten inzwischen im Backrohr auf dem bereitgestellten Teller solange auf dich, bis du mit allen fertig bist und dich gemeinsam mit deinen Liebsten zum Frühstückstisch setzen kannst.

Finish/Topping

  • Abgesehen davon, dass du die Toast entweder gar nicht füllen brauchst (also nur eine Toastscheibe verwenden) oder mit einer Marmelade/Konfitüre deiner Wahl, kannst du sie mit frischen Früchten belegt servieren.
  • Zum Süßen wird klassisch Ahornsirup verwendet (Grad A = mild, Grad C = kräftig). Du kannst natürlich auch hier nach deinen Vorlieben entscheiden: Dattelsirup, Agavendicksaft, Reissirup, Kokosblütenzucker, usw.
  • Süße Gewürzmischungen jeglicher Art oder klassische süße Gewürze wie Zimt, Kardamom, Nelke, Kakao, Vanille, usw. passen hier hervorragend dazu.

Video

Mehr Abwechslung für deinen veganen Frühstückstisch? Lass dich gerne von meinen anderen Frühstücksideen einfach inspirieren. Probier doch mal einen wärmenden Porridge, feine Pancakes oder eine pikante Tofu-Eierspeis.

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