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Ein bunter Gemüsesuppentopf ist genau das richtige für die kalte und nasse Jahreszeit. Schnupfnase, Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber, usw. man kann sagen, es geht einfach etwas um. Die wohl bewährteste Methode bei grippalen Infekten ohne Komplikationen ist einfach abwarten, Tee trinken und natürlich eine gute, heiße Suppe.

Dem Körper so viel wie möglich an Ruhe und Schlaf zukommen lassen und ihn mit allem nähren, das ihn stärkt um sich gegen die Angreifer verteidigen zu können. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, wenn ich krank bin laufe ich ernährungstechnisch zu Höchstformen auf. Auch wenn es dann eigentlich „zu spät“ ist (man hätte sich ja schon vorhin genug Ruhe und gesunde Ernährung antun sollen, um eben solches zu verhindern), stehen dann Gemüsesuppentopf, Kräutertees, warmer Haferbrei, noch mehr Obst und Gemüse, Superfoods, Smoothies und Vitamin C in verschiedensten Formen am Speiseplan.

Hendlsuppe ohne Hendl

Ich erinnere mich noch, als mich das erste Mal, seit meinem Entschluss vegan zu leben, eine Erkältung erwischte. Normalerweise gab es bei uns immer Hendl- oder Rindssuppe, sobald Schnupfnase und Husten am Programm standen. Aber was isst man denn wenn man vegan ist? So statt dem Hendl oder dem Rind halt? Generationen schwören oder haben auf die heilende Wirkung der Fleischbrühe geschworen, aber was ist wirklich dran? Rezept um Rezept habe ich im Internet und in meinen Kochbüchern durchstöbert, aber keines hat mich so richtig abgeholt. Auch bei meinen Fleischsuppen gab ich mir immer Mühe, dass sie nicht einfach nur Suppe waren, sondern ein richtiger Gaumenschmaus. Der erste vegane Suppenversuch war mehr Flop als Top. Ich habe einfach das Fleisch weggelassen und das Erlebnis war nicht sehr berauschend. Gut, der verbleibende Inhalt war recht armselig und riss einen auch geschmacklich nicht vom Hocker.

Meine Erwartungshaltung an den Gemüsesuppentopf

Das Thema ist ein bisschen schwierig bei mir. Ich bin ein sogenannter Suppenkaspar. Suppe ist etwas, das bei mir gerne auf der Speisekarte abwesend sein darf. Aber wehe wenn ich krank bin! Deshalb muss bei mir Suppe wirklich mehr sein als geschickt aromatisiertes, warmes Wasser und entsprechend hoch sind meine Anforderungen. Abgesehen von erlesenen Zutaten und der Hoffnung auf ein schnelles Genesungswunder das ich in diese Suppe setze, begann ich irgendwann mit Gewürzen zu experimentieren. Das hat sich dann auch in der veganen Variante fortgesetzt. Schmecken sollte sie selbstverständlich, aber dann habe ich mir überlegt, was ich mir oder mein Körper sich von dieser Suppe erwarten. Wärme war zum Beispiel ein großer Faktor. Nicht die Wärme in Form von „hurra die Suppe ist brennheiß und ich muss bei jedem Löffel ewig pusten damit ich mir die Zunge nicht verbrenne“. Es ging mir mehr um die innere, anhaltende Wärme. Also wanderten mal Chili, Ingwer, Knoblauch und Zwiebel rein. Erst später fanden dann Gewürze wie Zimt, Nelke und Kurkuma auch in die Suppe. Die bunte Vielfalt und das Sammelsurium von Vitaminen und Mineralstoffen holte ich mir aus den verschiedenen Gemüsen. Es sollte so regional und saisonal wie möglich sein, aber trotzdem darf der eine oder andere bunte Akzent dabei sein. Von knackig bis weich, gelb, rot und grün. Es soll einfach bei jedem Bissen trotz der äußeren Widrigkeiten Spaß machen. Geboren war der bunte Gemüsesuppentopf!

Nichts geht über meine Notsuppe

Sobald einer von uns krank wird, kommt der bunte Gemüsesuppentopf auf den Tisch. Aber wann hat man immer alles zuhause, Lust und Zeit? Wenn man selbst massiv angeschlagen ist überhaupt die Kraft, um ewig Gemüse zu schnitzen? Das war auch bei mir ein Lernprozess bzw. in weiterer Folge einer der besten Ratschläge meiner Mama. Herzlich Willkommen „Notsuppe“! Klingt komisch, ist aber Gold wert. Nachdem ich die Vielfalt im Topf haben möchte, kommt eine ganz schöne Menge zusammen. In Zahlen gesprochen sind es 8-12 Liter Suppe. Mindestens zwei Aufbewahrungsbehälter werden mit Notsuppe befüllt und kommen in den Tiefkühlschrank. Somit kann die erste Krisenphase mit aufgetauter Suppe überbrückt werden. Natürlich kann man hier einwenden, dass die Qualität der Suppe und ihrer Inhaltsstoffe durch das Einfrieren und das Auftauen massiv leidet. Ja, das ist sicher ein Argument, aber es beruhigt auch ungemein, wenn ich zumindest an den ersten ein bis drei Tagen (wo es einem meistens am miserabelsten geht) ganz komfortabel auf fertiges aber doch selbstgemachtes Essen zurückgreifen kann.

Suppenmahlzeit

Der Name hätte es dich vielleicht schon erahnen lassen. Mein Gemüsesuppentopf ist eben kein kleines Portiönchen für zwischendurch, sondern ausbaufähig bis zur selbstständigen Mahlzeit mit Sättigungswert. Suppenkreationen sind bei mir eindeutig im Trend, wenn man sie erweitern kann bzw. auch als alleinige Mahlzeit essen kann (und dann davon auch dementsprechend lange satt ist). Ja, ich gebe zu, es schrammt sehr am Eintopf dahin, aber wir wollen da jetzt nicht das Haar in der Suppe suchen ;) Bei meinem bunten Gemüsesuppentopf hast du die Qual der Wahl – entweder es passt so wie es ist oder du möchtest ihn um eine passende Suppeneinlage oder Beigabe erweitern. Suppeneinlagen, die für mich bis dato passend waren findest du als Tipp direkt im Rezept. Es spricht aber natürlich nichts gegen die klassische Scheibe Brot oder einem Stück Gebäck.

Ich wünsch dir auf jeden Fall gutes Gelingen und guten Appetit und solltest du auch gerade dahinkränkeln – selbstverständlich gute Besserung!

Bunter Gemüsesuppentopf

Bunte Gemüsesuppe aus selbstgemachten Gemüsefond und bunter, saisonaler Gemüseeinlage.
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Gericht: Hauptgericht, Suppe
Land & Region: Österreich
Keyword: Hausmannskost
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 2 Stunden

Equipment

  • 10-12 Liter Kochtopf

Zutaten

  • 4-6 l Gemüsefond
  • 4 Stk. Karotten
  • 2 Stk. Pastinaken
  • 2 Stk. Petersilwurzel
  • 1/2 Knollensellerie
  • 1/2 Weißkraut
  • 1/2 Wirsing
  • 2 Stk. Paprika
  • 2 Stk. Fenchelknolle
  • 6 Stk. Paradeiser
  • 1 Stk. Porree (Stangenlauch)
  • 2 Tassen Erbsen tiefgekühlt
  • 3 Stk. Zwiebeln, mittelgroß
  • 4-6 Stk. Knoblauchzehen
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Stk. Ingwer daumengroß

Sonstiges

Anleitungen

  • Das Gemüse waschen, schälen und putzen.
  • Karotten, Pastinaken, Petersilwurzeln und Knollensellerie in mundgerechte Würfel schneiden.
  • Mit einem spitzen Messer bei Weißkraut und Wirsing den Strunk ausschneiden. Mit der Schnittfläche auf das Brett legen und der Länge nach 3-4 Mal durchschneiden. Quer 2cm breite Stücke schneiden.
  • Die Fenchelknollen und die Paprika in mundgerechte Stücke schneiden.
  • Paradeiser vierteln bzw. je nach Größe auch achteln.
  • Den Lauch halbieren (weißer Teil vom grünen Teil trennen). Den weißen Anteil von der Wurzel befreien, der Länge nach halbieren, eventuell nochmal waschen und in feine Halbringe schneiden. Den grünen Anteil in die einzelnen "Blätter" teilen und die dunkelgrünen Blätter zur Seite geben bzw. für Gemüsefond einfrieren. Die restlichen Blätter eventuell nochmal waschen (hartnäckiger Sand und Erde setzen sich bis tief nach innen gerne fest), flach auf das Schneidebrett auflegen und in feine Streifen schneiden (je feiner desto besser).
  • Die Zwiebeln fein hacken und den Knoblauch hacken oder pressen.
  • Das Olivenöl in einem großen Suppentopf erhitzen. Die Zwiebeln darin glasig dünsten. Dann den Knoblauch beimengen und kurz durchrösten. Den Ingwer hineinreiben und das Tomatenmark hinzufügen. Alles unter stetem rühren kurz anrösten.
  • Das geschnittene Gemüse in den Topf geben und mit dem Röstansatz gut vermengen.
  • Alles mit Gemüsefond aufgießen. Dabei darauf achten, dass das Gemüse bedeckt ist bzw. gut im Fond schwimmt.

TIPP zum Gemüsefond:

  • Wenn du keinen selbst gekochten Gemüsefond zur Hand hast, überhaupt kein Problem! Schnapp dir dafür einfach die tolle SONNENTOR Bio-Gemüsesuppe klar nach Hildegard von Bingen. 1 EL Pulver pro Liter Wasser reicht hier für diese Gemüsesuppe völlig aus. Ich empfehle dir gleich auf die Großpackung zurückzugreifen ;) Erhitze die benötigte Wassermenge in einem separaten Topf und rühr das Pulver ein. Lass es einmal aufkochen, rühr noch einmal gut um und dann kannst du schon damit deinen Suppentopf aufgießen.
  • Die Gewürze, die sich nicht beim Kochen auflösen, gibst du einfach in einen Teefilterbeutel. Du kannst den Beutel zuknoten oder mit einem Küchengarn zubinden, damit dir beim Kochen die Körner und Gewürze nicht in der Suppe verschwinden.
  • Alle anderen, "losen" Gewürze kommen direkt in die Suppe hinein. Die Suppe gut umrühren, damit die Gewürze gleichmäßig verteilt sind.
  • Lass die Suppe einmal aufkochen und reduziere dann die Hitze, bis sie sanft dahinköchelt. Die Kochzeit richtet sich nach dem Gemüse. Sobald dieses weich bzw. gegart ist, ist die Suppe fertig.
  • Das Gewürzsackerl (Teefilterbeutel) aus der Suppe fischen und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Du kannst frischen Schnittlauch in feine Röllchen hacken, auf tiefgekühlten zurückgreifen oder einfach deine Lieblingskräuter hernehmen, um die Suppe damit zu garnieren.

TIPP für die Suppeneinlage:

  • Wenn dir das Gemüse noch nicht Einlage genug ist oder du daraus eine Suppenmahlzeit zaubern willst, bieten sich klein gewürfelte Erdäpfeln (kannst du auch von Anfang an mitkochen), Suppennudeln, Reis, Dinkelreis, Rollgerste oder Quinoa an.
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